Glossar
Glossar Produktdaten: die wichtigsten Begriffe, kurz erklärt.
Von PIM und ERP über GTIN, ETIM und BMEcat bis EmpCo, MCP, REST-API und Webhook – jeder Begriff in zwei, drei Sätzen, mit Quelle und Link zur passenden Funktion.
- PIM (Product Information Management) auch: Produktinformationsmanagement, PIM-System, PIM-Software
Software und Vorgehen, um Produktinformationen – Merkmale, Texte, Bilder, Klassifikationen – zentral zu pflegen, zu prüfen und an alle Verkaufskanäle zu verteilen. Gartner beschreibt PIM als Lösungen, die eine freigegebene, teilbare Version reichhaltiger Produktinhalte bereitstellen.
Quelle: Gartner Peer Insights
- Produktdatenmanagement
Oberbegriff für die Pflege von Produktdaten. Im Handel meist gleichbedeutend mit PIM verwendet; in der Industrie bezeichnet PDM (Product Data Management) dagegen oft die Verwaltung technischer Entwicklungsdaten wie CAD-Dateien und Stücklisten.
- ERP auch: Enterprise Resource Planning
System für die kaufmännische Abwicklung: Einkauf, Lager, Preise, Aufträge, Rechnungen. Das ERP weiß, dass es einen Artikel gibt und was er kostet; das PIM beschreibt, was der Artikel ist.
- MDM auch: Master Data Management
Verwaltung von Stammdaten über mehrere Datenarten hinweg – etwa Kunden, Lieferanten und Produkte. Ein PIM konzentriert sich auf Produktinformationen für Verkauf und Kanäle.
- Stammdaten auch: Stammdatenmanagement, Artikelstammdaten, Produktstammdaten, Stammdatensystem
Grunddaten, die sich selten ändern und in vielen Abläufen gebraucht werden – etwa Artikel, Lieferanten oder Kunden. Artikel- bzw. Produktstammdaten beschreiben, was ein Artikel ist: Nummer, GTIN, Maße, Merkmale, Texte, Bilder. Stammdatenmanagement sorgt dafür, dass sie einmal, vollständig und widerspruchsfrei gepflegt werden – in jeder Branche.
- DAM auch: Digital Asset Management
Verwaltung von Medien wie Bildern, Videos und Dokumenten samt Rechten und Varianten. Viele PIM-Systeme bringen eine einfache Medienverwaltung mit.
- GTIN / EAN auch: Global Trade Item Number
Weltweit eindeutige Artikelnummer von GS1 mit 8, 12, 13 oder 14 Stellen. Die letzte Stelle ist eine Prüfziffer, berechnet mit abwechselnder Gewichtung 3 und 1.
- ETIM
Internationale Klassifikation für technische Produkte, vor allem im Elektro-, SHK- und Baubereich. ETIM 10.0 erschien am 10. Dezember 2024 mit 5.640 Klassen.
Quelle: ETIM International
- ECLASS
Branchenübergreifender Standard zur Klassifizierung von Produkten und Dienstleistungen mit Merkmalen. Release 16.0 erschien im November 2025.
Quelle: ECLASS e.V.
- BMEcat
XML-Format des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) für den Austausch von Katalogdaten zwischen Lieferanten und Abnehmern, unabhängig von einer bestimmten Klassifikation.
- EPREL
Europäische Produktdatenbank für die Energieverbrauchskennzeichnung. Lieferanten registrieren Modelle vor dem Inverkehrbringen; Händler beziehen Label und Datenblatt über QR-Code oder Schnittstelle.
Quelle: Europäische Kommission – EPREL
- GPSR auch: Verordnung (EU) 2023/988 über die allgemeine Produktsicherheit
Gilt seit 13. Dezember 2024. Online-Angebote müssen unter anderem Hersteller mit Anschrift, Produktidentifikatoren mit Abbildung sowie Warn- und Sicherheitshinweise enthalten.
Quelle: EUR-Lex
- EmpCo auch: Richtlinie (EU) 2024/825
EU-Richtlinie gegen irreführende Umwelt- und Haltbarkeitsaussagen, anzuwenden seit 27. September 2026. Allgemeine Umweltaussagen ohne Nachweis und Klimaneutralität durch Kompensation sind seither unzulässig.
Quelle: EUR-Lex
- Digitaler Produktpass auch: ESPR, Verordnung (EU) 2024/1781
Digitale Produktinformationen nach der Ökodesign-Verordnung. Die Pflichten je Produktgruppe legen eigene delegierte Rechtsakte fest; das zentrale Register sieht die Verordnung bis 19. Juli 2026 vor.
Quelle: EUR-Lex
- Agentic Commerce
Einkauf, bei dem KI-Assistenten im Auftrag von Menschen Produkte suchen, vergleichen und kaufen. Grundlage sind strukturierte Produktfeeds und Protokolle wie ACP (OpenAI) und UCP (Google).
- ACP auch: Agentic Commerce Protocol
Offenes Protokoll von OpenAI, gemeinsam mit Stripe entwickelt (September 2025). Seit März 2026 dient es vor allem dazu, Produktfeeds für die Produktsuche in ChatGPT bereitzustellen.
Quelle: OpenAI
- UCP auch: Universal Commerce Protocol
Offenes Protokoll von Google (Januar 2026) für Checkout, Identity Linking und Order Management von KI-Agenten in der Google-Suche und der Gemini-App.
Quelle: Google Developers Blog
- GEO auch: Generative Engine Optimization
Inhalte so aufbereiten, dass KI-Suchsysteme wie ChatGPT, Perplexity oder Googles KI-Übersichten sie finden, verstehen und als Quelle nennen. Der Begriff stammt aus einer Forschungsarbeit, die auf der KDD 2024 vorgestellt wurde.
Quelle: arXiv 2311.09735
- llms.txt
Vorschlag von Jeremy Howard (September 2024): eine Markdown-Datei im Stammverzeichnis einer Website, die KI-Assistenten einen kompakten Überblick gibt. Google schreibt, dass die Google-Suche solche Dateien nicht verwendet.
Quelle: llmstxt.org
- MCP auch: Model Context Protocol
Offenes Protokoll, über das KI-Assistenten wie Microsoft Copilot Studio, ChatGPT oder Claude Werkzeuge und Daten anderer Systeme nutzen. apvros PIM bietet einen abschaltbaren MCP-Server mit OAuth 2.1.
Quelle: modelcontextprotocol.io
- Kanalbereitschaft
Ein Artikel ist für einen Kanal bereit, wenn alle Pflichtfelder dieses Kanals gefüllt sind. apvros PIM zeigt die Bereitschaft je Artikel und Kanal und nutzt sie als Bedingung in Automationen.
- REST-API auch: Programmierschnittstelle, Web-API
Schnittstelle, über die Programme per HTTP auf Daten zugreifen – lesen mit GET, anlegen und ändern mit POST oder PATCH. Der Architekturstil REST geht auf die Dissertation von Roy Fielding (2000) zurück. apvros PIM bietet eine REST-API unter /api/v1 für ERP, CRM, Shop und Middleware.
Quelle: Fielding, Kapitel 5 (REST)
- OpenAPI auch: OpenAPI Specification, früher Swagger
Standard, der eine REST-API maschinenlesbar beschreibt: Pfade, Parameter, Datentypen, Anmeldung. Damit lassen sich Clients erzeugen und Middleware schnell anbinden. apvros PIM erzeugt die Beschreibung (OpenAPI 3.1) live je Zugang – nur mit den Feldern, die der Zugang lesen darf.
Quelle: OpenAPI Specification 3.1
- OAuth 2.0 auch: Client Credentials
Standard für die Anmeldung von Anwendungen. Beim Verfahren „Client Credentials“ tauscht ein System wie das ERP seine Zugangsdaten gegen ein kurzlebiges Access-Token, das es bei jedem Aufruf mitsendet. In apvros PIM gilt ein solches Token 30 Minuten.
Quelle: RFC 6749
- Webhook
Ein Aufruf, mit dem ein System ein anderes aktiv benachrichtigt, sobald etwas passiert – statt dass dieses ständig nachfragt. apvros PIM meldet angelegte, geänderte, gelöschte und freigegebene Datensätze, signiert mit HMAC-SHA256, und wiederholt Zustellungen automatisch.
Quelle: RFC 2104 (HMAC)
- Delta-Abgleich auch: Delta-Sync, inkrementeller Abgleich
Ein angebundenes System holt nur, was sich seit dem letzten Abgleich geändert hat, statt jedes Mal den ganzen Katalog. In apvros PIM mit dem Parameter „changed_since“ und seitenweisem Cursor – über einen Index, deshalb auch bei 500.000 und mehr Artikeln schnell.
- Automatisches Handbuch auch: Living Documentation
Anwender-Dokumentation, die ein System aus seiner aktuellen Einrichtung selbst erzeugt. In apvros PIM: Prozesse, Automationen, Tabellen und Felder in Klartext plus 21 Anleitungen – rund eine Sekunde nach jeder Änderung aktuell und mit Rechten bis aufs Feld.
- Herkunft je Feld auch: Field-Level-Provenance
Zu jedem Feldwert gespeichert: Version, Quelle (Benutzer, Lieferant, Datenblatt mit Seite, Import mit Zeile, Schnittstelle, KI) und Zeitpunkt. Grundlage für Änderungsverfolgung bis in den Text und für Retourenkosten je Lieferant.
- Vier-Augen-Prinzip
Eine Freigabe muss eine andere Person erteilen als die, die sie angefordert hat. In apvros PIM als Automations-Aktion „Freigabe anfordern (4 Augen)“.
- Schattenmodus
Betriebsart einer Autopilot-Regel in apvros PIM: Die Regel übernimmt nichts, misst aber, wie oft sie mit den Entscheidungen Ihres Teams übereinstimmt – bevor sie aktiv geschaltet wird.
- Automatisierungsgrad
Kennzahl in apvros PIM: Anteil automatisch entschiedener Änderungen an allen Änderungen, dazu gemessene Bearbeitungszeit und Rückstand – aus den eigenen Daten des Unternehmens.
Stand: Oktober 2026
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